Interaktives Fernsehen

Interaktives Fernsehen wird immer beliebter. Die programm­begleitenden Signale und Links der TV-Sender sind für Zuschauer interessant. Via Klick auf den Red-Button der Fernbedienung erhalten die Zuschauer Zugang auf Websites der Sender (auf den sogenannten HbbTV-Service der Sender).

Dank Zusatzfunktionen werden die Zuschauer auf Programminhalte und mannigfaltige Links aufmerksam gemacht. Diese Kontakte fördern die Bindung des Zuschauers zu den Sendern.

Werden die programmbegleitenden Signale der TV-Sender nicht integral mitgesendet, besteht die Gefahr, dass sie den direkten Zuschauerkontakt verlieren und damit auch die Möglichkeit zusätzliche Reichweiten zu generieren, was zu Werbeeinbussen führt. Der Weg zu interaktiven Zusatz­angeboten mit weiteren Einnahmequellen (etwa Home-Shopping) wird verbaut, die normale Verwertung ihrer Sendungen wird eingeschränkt.

Die Sender verlangen, dass ihre TV-Programme vollständig und integral, d.h. unter Einbezug von Teletext und anderen programmbegleitenden Signalen (inkl. Metadaten und Steuerungssignale für interaktive Dienste der Sendeunter­nehmen, wie beispielsweise HbbTV) weiterverbreitet werden.

Die TV-Sender verlangen einen gesetzlich verankerten Schutz ihres Signals. Ohne Schutz kann die Programmvielfalt in der Schweiz nicht gewährleistet werden.

Stellungnahme

6. November 2017 | IRF

FMG-Revision und Netzneutralität: Schutz des TV Signals bei der Weiterverbreitung

Die Schweizer Veranstalter haben in ihrer Vernehmlassung vom 31. März 2016 zum VE-FMG auf die Bedeutung der Netzneutralität für den Medienplatz Schweiz hingewiesen und gefordert, im FMG ein technisches und wirt­schaft­liches Nichtdiskriminierungsverbot beim Datentransport festzuschreiben.

Der Gesetzesentwurf vom 1. September 2017 verzichtet auf eine weitergehende Regelung der Netzneutralität und setzt stattdessen auf die Schaffung von Transparenz der Fern­melde­dienstanbieter gegenüber ihren Kunden. Damit bleiben die Interessen der Veranstalter unberücksichtigt. Wir schlagen deshalb die Ergänzung des FMG um eine Bestim­mung vor, welche die aktuell bestehende und existenz­bedrohende Diskriminierung der Veranstalter durch jene Fern­melde­dienstanbieter beenden würde, die ihre TV-Programme weiterverbreiten. Damit würde ein folgen­schweres Versäumnis aus der letzten grossen Revision von RTVG und FMG (2006) korrigiert.